na also, geht doch!

Gestern standen Intervalle auf dem Trainingsplan, 1.500 m – 3.000 m – 1.500 m in einer Pace von 4:50 min./km mit jeweils 1.000 m Trabpause. Ich war fest entschlossen, diese Intervalle zu schaffen.

Die Voraussetzungen waren vergleichsweise gut: nur etwa 16-17°, bedeckt, allerdings viel Wind und immer mal wieder Regenschauer. Typisch norddeutsches Aprilwetter. Im August… Ich plante grob die Strecke, die ich laufen wollte: die asphaltierte, aber praktisch autofreie, flache Strecke am Klärwerk sollte es sein. Einziger Nachteil bei dieser Strecke ist, dass sie kaum Windschutz bietet. Egal, ich hatte eine Mission zu erfüllen: schaff‘ die Vorgaben!

Ich fühlte mich recht gut, aß noch einen Powerbar Riegel, und beschloss, nur etwa 1 km einzulaufen. Dann ging es los, und recht gut konnte ich das geforderte Tempo halten. 1,5 km können recht lang werden, und das wurden sie auch, aber am Ende hatte ich eine Pace von 4:46 min./km auf der Uhr stehen. Erstes Intervall in der Tasche. Die Waden meldeten sich schon, aber das hier war ja kein Kindergeburtstag, und jetzt folgte die Trabpause, die ich locker im 6er Schnitt lief. Es war leicht sonnig, aber der Wind wurde stärker, und die Wolken am Horizont verhießen nichts Gutes.

Das 3.000er Intervall stand mir etwas bevor. Der Wind würde zwar meist von der Seite und von hinten kommen, aber drei Kilometer sind halt auch lange, gerade wenn man etwas unsicher ob der eigenen Form ist. Wieder kann ich das Tempo ganz gut halten, ein Blick auf die Uhr: noch nicht mal 500 Meter rum! Ui, das ist aber noch lange… Der Wind wird stärker, kommt jetzt von rechts hinten. Da vorne muss ich links, dann wird er mich anschieben! Ich biege links ab und… Der Wind lässt nach. Gibt’s ja nicht! Das Stück mit Rückenwind ist etwa 500 Meter lang, und etwa auf der Hälfte der Strecke kommt der Wind dann doch, sogar recht kräftig. Die Pace geht auf 4:40 min./km, trotzdem ist es noch sehr anstrengend. Jetzt wieder links, der Wind kommt von links vorne. Ich kriege ein paar Tropfen ab. Ich kriege ein paar mehr Tropfen ab. Es beginnt zu schütten, allerdings eher kleine Tropfen. Trotzdem – oder gerade deswegen – halte ich das Tempo stur ein. Ich beschließe, dass das Wetter heute keine Ausrede für mich sein soll. Noch 250 Meter bis zum Ende des Intervalls. Die Uhr sagt, dass ich jetzt einen 4:47er Schnitt laufe. Ich müsste nun wieder links abbiegen, voll gegen den Wind und den Regen. Also noch den Rest des Intervalls weiter geradeaus. Nicht mehr auf die Uhr sehen, einfach laufen. Die Uhr verkündet das Ende des Intervalls und zeigt eine Pace von 4:44 min./km. Ich lache, wische mir über das nasse Gesicht, und denke – wie so oft in solchen Momenten, dass man mich für vollkommen bekloppt halten muss. Hätte ich selbst vor ein paar Jahren ja auch gedacht.

Die Trabpause mit Gegenwind und Regen läuft erstaunlich gut, über die Autobahnbrücke und wieder in Richtung nach Hause. Der Regen hört wieder auf und ich weiß jetzt, dass das letzte Intervall nicht schiefgehen wird. Ich werde mir die Einheit jetzt nicht mehr versauen. Und so ist es, auch wenn ich wieder kämpfen muss. Die letzten 200 Meter schaue ich nicht mehr auf die Uhr und versuche sogar, noch etwas zuzulegen. Belohnt werde ich mit einer 4:46, und erleichtert stelle ich fest, dass ich das Intervalltraining erfolgreich beendet habe. Das war echt wichtig für’s Selbstbewusstsein!

Morgen gibt’s die „Treppe abwärts“: 4.000-3.000-2.000 mit 2.000 und 1.000 Trabpause. Allerdings in moderaterem Tempo knapp über 5:00 min./km. Hört sich machbar an!

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