25 statt 31

Die letzte Woche war die erste seit dem Hamburg Marathon, die ich wieder „voll nach Plan“ laufen wollte. Von meinem grandiosen Scheitern bei den Intervallen hatte ich ja schon berichtet. TDL und langsamer kurzer Lauf am Samstag konnten problemlos absolviert werden. Nun stand also am Sonntag der erste LaLa über 30 km an.

Auf dem Plan standen 29-32 km. Über 30 sollten es werden, die Strecke hatte ich dabei nur rudimentär geplant. Da ich keine Lust mehr habe, Literweise Getränke mit mir rumzuschleppen, ob per Trinkgurt oder Flasche in der Hand, habe ich auf die bewährte Strategie zurückgegriffen, mein Auto als Verpflegungspunkt zu nutzen. Der Parkplatz „am Sunder“, einem Waldgebiet in der Nähe, ist hierfür gut geeignet.

Was die Verpflegung angeht, hatte ich ja bisher immer auf die Stimmen gehört, die sagten „beim LaLa nur Wasser, der Körper soll ja darben“ oder „bloß keine Gels oder sowas, dann kann man den Trainingseffekt vergessen“ usw. Grundtenor ist hierbei, dass durch das gewollte Entleeren der Kohlenhydratspeicher die Fettverbrennung angeregt wird, und der Körper früher auf die Fettreserven zugreift. Fettreserven hatte ich zwar im Urlaub genug aufgebaut, aber ich hatte bei jedem 30er Probleme mit der Ernährung.

Der „neue Steffen“ wirft ja gerne Trainingsprinzipien über den Haufen, und somit habe ich folgendes in den Kofferraum gepackt:

  • 1 Flasche Mineralwasser (1l)
  • 1 Trinkgurt mit 3 x 125 ml Leitungswasser, davon 2 gesalzen
  • 1 Sportflasche mit Apfelsaftschorle (Mischungsverhältnis 1 Teil Apfelsaft, 4 Teile Leitungswasser)
  • 1 Tube „Liquid Energy“, die ich auf der Marathonmesse geschenkt bekommen hatte
  • 1 Gelchip

Wie und wann ich mir das alles einverleiben wollte, hatte ich nur in etwa geplant. Zunächst wollte ich einfach nur 15 km laufen, dann wieder am Auto ankommen und mir bis dahin überlegt haben, was ich mache.

Ich lief also ohne Verpflegung los und überlegte mir, wo ich lang laufen würden, um in etwa bei 15 km wieder am Auto zu sein. Ich kenne die Region offenbar schon recht gut, denn obwohl ich eine recht große Runde einschlug, die mir keine Abkürzung mehr erlaubte, kam ich fast punktgenau nach 15,3 km wieder am Auto an. Die Bedingungen waren fast ideal, etwa 20°, mal Sonne, mal Wolken, vielleicht etwas zu viel Wind. Ich schnappte mir die Mineralwasserflasche und trank sie halb leer. Dann legte ich den Trinkgurt an und nahm die Geltube mit.

Die nächste Runde sollte etwa 8 km lang werden, jedoch schon beim ersten Anstieg musste ich gehen. Kopf und Körper spielten irgendwie nicht mehr mit. Ich rappelte mich nochmals auf, und kam nach 22 km wieder beim Auto an. Den Trinkgurt packte ich wieder ins Auto und nahm die Flasche Apfelsaftschorle mit. Aber schon nach 1,5 km war klar: das ging nicht mehr. Ich drehte um, und trat den Rückweg zum Auto an. Hierbei ging ich größtenteils und trank die Apfelschorle aus. Am Ende 25 km in einem Schnitt von 6:19 min./km, was trotz der Gehpausen noch im Rahmen der Vorgabe ist. Ich muss mir eingestehen, dass meine Form eben nicht mehr derjenigen von Mitte Mai entspricht. Aber: es ist mir auch nicht mehr so wichtig und daher gab es auch keinen Frust!

4 Gedanken zu „25 statt 31“

  1. Es ist schon erschreckend. Zu viele Parallelen zwischen uns 😉
    Habe gestern – nach zwei Wochen Urlaub und 2 KG Zunahme – wieder einen langen versucht. 30 sollten es werden. Vorm Urlaub habe ich die recht locker geschafft, die letzten 8 sogar im MRT.
    Gestern: knappe 25.

    Aber: Das wird recht schnell wieder. Habe mir für Bremen vorgenommen möglichst durchzulaufen und das Tempo Richtung 6:00/km zu steuern, damit gibt’s zumindest eine neue Bestzeit 😉

    Wie sieht’s aus: nächste Woche gemeinsam?
    Grüße,
    Lutz

    1. Ist echt witzig, Lutz. Auch ich denke über einen 6er Schnitt beim Bremen Marathon nach…
      Ich freu mich auf unseren LaLa am Sonntag!

  2. Hallo Steffen,
    hallo Lutz,

    kommenden Sonntag stehen bei mir 22-25 km (die letzten 5 km im MRT) auf dem Plan. Das sollte zu den geplanten 20-25 in etwa passen.

    Dass man die laLas ohne Nährstoffzufuhr laufen soll, war mir neu. Bei mir gibt es bei den laLas nach 7-8 km immer einen Energieriegel als Frühstücksersatz und bei den Ü-25-Läufen habe ich immer noch 1-2 Gels mit dabei, um den Körper an die Gels zu gewöhnen. Aber warhscheinlich wäre es besser, den Tank leerlaufen zu lassen.

    Ansonsten bin ich froh, dass ihr noch nicht ganz wieder auf dem Stand von Mai seid. Dann brems ich euch am Sonntag vielleicht nicht ganz so aus.

    Gruß

    Wolfgang

    1. „Tank leerlaufen lassen“ hat sich für mich definitiv nicht bewährt. Ok, Energiezufuhr auch nicht wirklich, aber das habe ich noch nicht ausgiebig genug getestet! :-)
      Wir sehen uns am Sonntag beim LaLa zu dritt! Ich freu mich!

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