Endorphinspeicher

Wolke 7. Da sitze ich jetzt, drei Tage nach dem Marathon, immer noch drauf. Nachdem ich vor dem Lauf meine Kohlenhydratspeicher gefüllt hatte, habe ich das während des Laufs offenbar mit meinen Endorphinspeichern gemacht.

Diese Marathonerfahrung (nein, ich nenne es bewusst nicht „Grenzerfahrung“) ist nach wie vor so präsent, dass ich mich weiterhin sehr viel damit beschäftige. Was ist während des Laufs passiert, was danach, wie ist es anderen ergangen, wann laufe ich wieder und ja: wann laufe ich den nächsten Marathon. Stand heute: am liebsten nächstes Wochenende – wenn’s nicht so warm wird.

Wie ist es anderen ergangen? Wenn ich mich so umhöre und umschaue, stelle ich fest, dass bis auf ein paar Außerirdische nahezu alle den gleichen Einbruch erlitten haben wie ich. Man kann sich die Ergebnislisten vornehmen, sagen wir mal ab Platz 500, und dann wahllos reinklicken. Die Leute sind die erste Hälfte in einer Zeit x gelaufen und die zweite in einer Zeit x + 10-20 Minuten. Zwischen km 30 und 40 wurde dabei am meisten Zeit liegengelassen. Für mich, der ich mich nun auch mit meiner Wettkampftaktik auseinandersetze, heißt das aber: ich habe alles richtig gemacht. Wäre ich schneller angegangen, wäre ich vermutlich entweder früher oder eben krasser eingegangen. Hätte ich mein Tempo von Anfang an reduziert, wäre ich möglicherweise unterm Strich besser durchgekommen, mit weniger Gehpausen. Möglicherweise. Da ich aber eh nicht wusste, ob es am Wetter oder einfach nur am Marathon selbst liegt, das ich das Tempo nicht halten kann, hätte das keinen Unterschied gemacht. Wie gesagt: ich habe alles richtig gemacht.

Ich habe heute noch leichten Muskelkater in der äußeren Oberschenkelmuskulatur, sonst geht es mir weiterhin sehr gut. Ich habe große Lust, wieder laufen zu gehen. Heute habe ich leider keine Zeit, aber morgen geht’s wieder raus!

Und dann wäre da noch der nächste Marathon. Ich bin so heiß drauf, mache schon Pläne, wo ich irgendwann mal laufen will. Klar, die großen und bekannten Marathons in Deutschland. Frankfurt, Berlin, Köln, Düsseldorf, Rennsteig, Baldeneysee, Röntgenlauf. Einige, die in näherer Umgebung sind: Bremen, Wolfsburg, Hannover, Braunschweig, Lübeck. Dann natürlich die Großen in Europa: London, Paris, Athen, Rom, Wien, Rotterdam. Dann noch Kopenhagen, Stockholm, Riga, irgendwo auf Island. Und natürlich Übersee. New York, Boston, Chicago, Buenos Aires etc.

Nein, das ist nicht völlig bescheuert. Das bin ich. Entweder ich lasse das jetzt ganz mit den Marathons oder ich nehme „the full Monty“. 😀 Ach ja: ich habe NIE behauptet, nur den einen laufen zu wollen… Glaube ich. Vielleicht habe ich das mal geschrieben, ja, aber pfff…

2 Gedanken zu „Endorphinspeicher“

  1. Guten Morgen Steffen,

    weil du schreibst: Irgendwo auf Island…. dann lauf doch mit mir in Reykjavik! Vom dortigen Marathon erhoffe ich mir: Angenehme Temperaturen (10-15 Grad), beste Luft, weniger Leute (kein Gedränge auf den ersten Kilometern), total ebene Strecke, wunderschöne Landschaft (meist am Meer entlang). Fürchten tue ich nur den Wind… und der kann alles entscheiden. Aber besser vom Winde verweht, als von einer brütenden Hitze zu Gehpausen gezwungen zu werden.

    LG
    Steirer Sigerl

    PS: Island ist nicht teuer. Flug 300 Euro, übernachten am Campingplatz (pro Nacht 6Euro)

  2. Hallo Sigerl,
    Reykjavik klingt verlockend! In meiner momentanen Marathon-Euphorie würde ich mich am liebsten sofort anmelden. Aber einerseits ist der 20. August etwas zu nahe am 24-Stundenlauf meines Vereins (3. September) und zum Anderen hält mich meine Frau jetzt schon für verrückt… 18. August 2012 hört sich hingegen großartig an! Ich drück‘ Dir auf alle Fälle die Daumen!
    LG Steffen

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