Termine, Termine und ein laaanger Lauf

Hach, immer dieses Privatleben! Für letztes Wochenende hatte sich Übernachtungsbesuch angesagt. Der Trainingsplan musste also angepasst werden. Da auch die Woche davor nicht 100% auf den TP passte, musste ich improvisieren.

Dienstag bin ich Intervalle gelaufen (im Schnee, war klasse), Donnerstag sollte dann eigentlich ein Lauf über 10 km, davon 6 km im Halbmarathon-Renntempo, dran sein. Samstag langsam und kurz (10-12), Sonntag langsam und lang (26-29 km). Donnerstag, Samstag und Sonntag fielen jetzt jedoch flach. Dafür tat sich ein kleines Lauffenster am Freitag und eines am Montagabend (also gestern) auf. Ich fragte im RW-Forum nach, was ich blos tun solle, und man zeigte mir den Vogel. Zurecht. Es sind noch 13 Wochen bis zum Marathon, wenn da mal ein, zwei Läufe ausfallen, macht das gar nix. Ich habe also improvisiert und am Freitag den Donnerstagslauf nachgeholt. 6 km im HMRT sind nicht ohne, aber doch ganz gut zu schaffen gewesen. Samstag dann nix gemacht, und Sonntag mit dem Besuch überraschenderweise 6 Kilometer locker gelaufen. „Besser wie nix“ pflegt man in meiner pfälzischen Heimat zu sagen.

Gestern habe ich dann den ausgefallenen LaLa von Sonntag nachgeholt. „26-29 km“ schrie förmlich danach, noch einen draufzupacken, und zum ersten Mal in meinem Leben 30 Kilometer am Stück zu laufen.

Der Xing-Treff, der jeden Montag um halb sieben um die Alster rennt, passte mir dazu perfekt in den Kram. Ich war schon lange nicht mehr da, und konnte die Runde gut in meinen Lauf einpacken. So gerne ich die Lalas alleine mache, mit mehreren macht’s doch irgendwie mehr Spaß. Ich lief um viertel vor Sechs an der Binnenalster los, rechnete mir aus, wann ich wohl am Cliff, dem Xing-Treffpunkt, sein würde. Dummerweise hatte ich mich dabei etwas in der Entfernung verrechnet, so dass ich schon etwas auf die Tube drücken musste und die ersten 7 Kilometer mit einem Schnitt von etwa 5:40 min./km absolvierte. Geplant waren 6:05-6:25.

Nach einer kurzen Wartepause ging es dann weiter, die normale Alster-Acht, also knapp 10 km. Wir liefen auch das in einem Schnitt von etwa 5:45. 

Die meisten verabschiedeten sich hier, Frauke und Joakim wollten nochmal zum Jungfernstieg, also wieder weiter. Jetzt drosselten wir das Tempo auf 6:00, was allen gut gefiel. Frauke gefiel es so gut, dass sie noch einmal die Acht mit mir mitlaufen wollte, worüber ich sehr dankbar war. Wie gesagt, so gerne ich lange Läufe alleine mache, bei -6°, im Halbdunkel um die Alster (kaum Leute da), und dabei schon etwa 20 km in den Beinen: da hat man gerne Begleitung! Wir hängten also noch eine schöne Runde dran, immer so im 6:00er Schnitt. Meine Beine meldeten sich mittlerweile, das Gesicht war schon halb eingefroren, und ich merkte eine starke Ermüdung. Alleine wäre ich nun vermutlich eingebrochen, so lief ich mit Frauke bis zum Cliff, wo ich bei 26,3 km das nächste Mal die Uhr stoppte. Kurze Verabschiedung und wegen der Kälte direkt wieder los. Noch etwa 3-4 Kilometer bis zum Parkhaus am Gänsemarkt. Ich lief wieder unter 6:00 und war schon etwas überrascht, dass das noch ging, denn ich fühlte mich erbärmlich. Ich wollte nur noch zurück. Kilometer 27 und 28 gingen vorüber und ich bog am Hotel Vier Jahreszeiten in Richtung Parkhaus ab. Noch 200m, das würde eine Punktlandung! Das erste Mal 30 Kilometer und die würde ich ziemlich genau am Parkhauseingang erreichen! Noch 50 Meter, das Parkhaus in Sicht, meine Beine brennen, fast ein Krampf, ich will nach Hause (ich war wirklich ein erbärmlicher Haufen Laufidiot). PIEP! Der Forerunner zeigt an „Runde 29, Pace 5:58“. Hä? 29? Was? Äääh. Ja. Irgendwie klar. Nach 28 kommt 29. Natürlich konnte ich mich jetzt nicht nochmal aufraffen, noch einen Kilometer zu joggen, nein, nein. Vielmehr kroch ich zum Auto, dehnte vorsichtig, um Krämpfe zu vermeiden, trank eine halbe Flasche Wasser (ich hatte auf der Strecke etwa ¼ Liter getrunken), setzte mich langsam ins Auto und fuhr nach Hause. Dort hatte ich etwas zu tun, um meinen Kreislauf wieder auf Vordermann zu bringen.

Fazit:
1) 30 Kilometer sind kein Pappenstiel
2) 29 Kilometer auch nicht
3) nach 28 kommt 29, nicht 30
4) nach einem anstrengenden Arbeitstag lange laufen, ist vermutlich keine gute Idee
5) wenn die letzte vollständige Mahlzeit über 4 Stunden her ist, ist das wohl auch nicht so toll
6) bei minus 6 Grad auch nicht
7) heute geht’s mir gut

Nächste Woche stehen 29-32 km auf dem Zettel. Ich bin gespannt…

Ein Gedanke zu „Termine, Termine und ein laaanger Lauf“

  1. nichtmal 30? pah! Weichei!

    😉

    Sonst hätt‘ ich ja gratuliert.

    naja – näxtes Mal dann.

    … selber letzte Woche nach 24km auf’m Zahnfleisch zurückgekrochen …

    Lizzy

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