mal eben „die Fussballer trainieren“

Gestern abend wollte ich ja nur locker und leicht laufen, ohne Vorgabe. Nicht zu schnell. Ich kam um 18.45h los und da fiel mir ein, dass ja um 19.00h Lauftreff der „Jedermänner“ ist. Die laufen immer um die 6:00 min./km. Das wäre ein prima Tempo für mich. Bis zum Treffpunkt sind es etwas mehr als 2 Kilometer, das passte also auch.

Als ich ankam sah ich schon, dass mit Svend und Stefan schon zwei aus „meiner“ Dienstagsgruppe (Tempo ~5:30) da waren. Als sich dann noch Markus dazu gesellte (HM-PB 1:37h) schwante mir schon Böses.
Als ich kundtat, was ich vorhatte, sagte mir Stefan „wir trainieren heute die Fußballer. Der Trainer der zweiten Mannschaft will seine Jungs mal rennen lassen!“. Da machte ich einen fatalen Fehler: ich lief mit.

Ich dachte, dass in unserer zweite Mannschaft nur so Feierabend-Fussballer spielen, wo doch die Erste auch gerade mal in der Kreisliga 2 spielt. Trifft bestimmt auch auf den Teil der Mannschaft zu, der sich verpisst hatte. Die sechs Jungs, die wir dann am Platz abholten, sahen allesamt gut trainiert aus, waren im Schnitt etwa 25 Jahre jünger als wir, einer hatte Shorts an (bei -3°) und sie drückten gerade ihre Kippen aus.

Letzteres nährte zwar meine Vermutung, dass „wir Läufer“ die locker fertig machen würden, aber wie gesagt, da hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

Wir starteten unsere normale Abendrunde, die sich größtenteils auf Fahrradwegen an mehr oder weniger gut beleuchteten Straßen bewegt. Die ersten Kilometer hielten alle bei etwa 5:30-5:40 gut mit, man unterhielt sich, lachte und einer sagte „das Tempo ist gut“. Für Stefan, unseren Übungsleiter, war das wohl das Signal, sich was fieses zu überlegen.

Es gibt einen 1,6 km langen Abschnitt, der von 15 Hm auf 53 Hm ansteigt (hey, nicht lachen, das hier ist Norddeutschland!). Das fiese dabei ist die Länge der Steigung, nicht die Steigung selbst. Da bin ich übrigens auch am Dienstag „gescheitert“. Na gut, Stefan teilte uns Läufern die Strategie mit „wir laufen alle hintereinander, der letzte überholt alle anderen. Wenn von uns einer vorne ist, laufen wir nen 5er Schnitt. Wegen mir auch 5:15!“. Na toll.

An dieser Stelle häte ich meine nächste Chance gehabt, zu sagen „ich lauf locker nach Hause“. Aber nein: mitgehangen, mitgefangen, also machte ich mit. Es war brutal. Zumal die „guten“ Fußballer auch nen 5er Schnitt vorneweg liefen. Einen verloren wir auf der Strecke, der kam nicht mehr mit. Als wir oben ankamen, hatten wir für diesen Anstieg einen Schnitt von: ja, genau 5:00 min./km gelaufen!

Entsprechend platt waren (fast) alle und nach ein paar Atemübungen ging es locker im 6er Schnitt weiter.
Aber Stefan wäre nicht Stefan, wenn das schon alles gewesen wäre. Nach dem Motto „what goes up must come down“ wurde für eine Strecke von 650 Meter, die von 37 auf 22 Höhenmeter fällt, das Motto „volle Granate, Renate“ ausgegeben. Also da flugs runtergebrezelt wie die Bekloppten; in einer Sechsergruppe kamen wir unten an. Top-Speed war dabei 3:30 min./km, der Schnitt lag unter 4 min./km! Die anderen vier hatten einen kleinen Rückstand, natürlich alles Fussballer 😀

Mir war klar, dass das im Hinblick auf nächsten Sonntag vermutlich ein großer Fehler war, aber jetzt ist es nun mal so gelaufen. Ich konnte auf dem Heimweg ohne den Rest der Gruppe (2,6 km) nochmal entspannen, lief erst einen mühsamen Kilometer mit 6:20 und zog dann nochmal an (was sich auch nicht mehr so mühsam anfühlte, weil ich offenbar sauberer lief) auf 5:30. Am Ende hatte ich knapp 1:25h für knapp 16 Kilometer auf der Uhr, ein Schnitt von 5:20 min./km.

Ehrlich gesagt für eine Wohlfühleinheit ohne Vorgaben dann doch „etwas“ zu schnell…

2 Gedanken zu „mal eben „die Fussballer trainieren““

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