Regen und Matsch – watt’n Spass!

Morgens nach dem Aufstehen: es regnet, alles ist grau in grau. Es steht ein LaLa an „19-22 km bei 65-75% HFmax“. Ich freute mich ja schon drauf, aber bei dem Wetter?? Ich weiß nicht. Ich erwische mich dabei, wie ich Ausreden suche, um nicht zu laufen.

Das erschreckt mich gleichzeitig, denn das kenne ich gar nicht mehr von mir. Kaum läuft man mal eine Zeit nicht, wird der Schweinehund kräftiger. Irgendwas ist immer.

Gegen 11:00h treffe ich dann eine (im Nachhinein sehr gute) Entscheidung: „mir doch egal, ich gehe laufen – das Wetter spielt doch keine Rolle.“ Ich beschließe, meine Trailschuhe zu nehmen und mit dem Auto ein Stück zu fahren, damit ich komplett im Wald laufen kann. Da ist man dann doch etwas besser vor dem Regen geschützt. Nach den jüngsten Frusterlebnissen möchte ich heute einen Wohlfühllauf absolvieren, bei dem ich nur nicht zu schnell laufen will. Schön gemütlich eben.

ab in den Wald!

So finde ich mich gegen 12:00h auf einem Wanderparkplatz wieder nahe des Sunder, wie das Waldstück heißt. Ich kenne eigentlich nur einen langen Weg, der den Wald durchschneidet, und möchte heute mal kreuz und quer laufen. Fotoapparat habe ich auch dabei, damit ich auch immer daran erinnert werde, dass es sich um einen Wohlfühllauf handelt. Also los, ab in den Wald.

Plitsch platsch - in den Matsch

Glücklicherweise regnet es nicht mehr bzw. nur noch ganz leicht. Bis auf einige wenige kleinere Schauer soll sich das auf den ersten 12 Kilometern auch nicht ändern. So lässt es sich mit Jacke, Longtights und Kappe gut aushalten. Anfangs weiche ich den Pfützen noch aus, nach wenigen Kilometern macht es mir aber so einen Spaß, dass ich die Dinger größtenteils ignoriere – solange sie nicht gerade das Ausmaß des Bodensees haben. Also mittendurch, dass es eine wahre Pracht ist, es spritzt und platscht, der Matsch fliegt, und meine Trailschuhe haben Spaß. Ein wenig Wasser dringt auch in die Schuhe ein, aber das stört nur am Anfang…

Nach etwa 5 Kilometern bisher unbekannten Terrains komme ich an den Waldrand und finde einen Weg, der eben diesen Waldrand entlang führt. Doch nach wenigen hundert Metern biegt er in Richtung Feld ab.

hier geht's nicht mehr weiter
und hier geht's wieder rein

Ich wende mich also nach links, in Richtung Wald und sehe – keinen Weg. Ich weiß, dass ich nur etwa 50-100 Meter durch den Wald muss bevor ich wieder auf den Weg treffe, den ich gekommen bin. Wird schon nicht so schlimm sein, also los. Leider habe ich die Rechnung ohne den Wald gemacht, denn an Laufen ist nun nicht mehr zu denken. Gestrüpp, Geäst, Gedingenskirchen, alles stellt sich mir in den Weg und ich stapfe mittendurch. Das ein oder andere Gewächs möchte mich dabehalten und jagt mir seine Dornen ins Bein. War wohl doch nicht so eine gute Idee. Nach 4 Minuten ist der Spuk vorbei und ich treffe auf den bekannten Weg.

Hurra – der Weg!
war'n gutes Pilzjahr

Ich trabe weiter, an Pilzen vorbei, über Wege, die vor lauter Laub nur noch zu erahnen sind. Das ist mein wahres „Runner’s High“. Was sind schon Bestzeiten gegen so ein Erlebnis? Auch als es nach etwa 12 km wieder stärker anfängt zu regnen stört mich das überhaupt nicht und ich laufe weiter meinen Trott (etwa 6:25 min./km), kreuz und quer, mal hierhin mal dorthin. Manchmal bleibe ich stehen, um zu fotografieren, manchmal gehe ich eine Steigung zügig hoch, manchmal laufe ich schneller, manchmal langsamer.

wo ein Laub ist, ist auch ein Weg

Rechtzeitig als ich mal wieder aus dem Wald herauskomme lugt ein blaues Fleckchen aus dem Wolkenhimmel. Dann folgt wieder ein wenig Regen, und erst jetzt bemerke ich, dass doch ein recht starker Wind weht. Im Wald war das natürlich nicht zu spüren. Zwei Stunden sind um, knapp 18 Kilometer gelaufen, ich mache mich auf den Weg zu meinem Auto, das wohl etwa 1-2 km entfernt steht. Dort komme ich nach 19,6 km und 2:07h wieder an. Dreckig, nass – und glücklich.

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