es muss auch solche Tage geben

Nachdem ich gestern kurzfristig umdisponieren musste und nicht zum Lauftreff konnte, waren dann heute wieder Intervalle dran.

„4-5x1500m in 4:55 mit 1000m TP“ stand da verträumt in meinem Trainingsplan. Ui! 1500m in 4:55 klingt schon knackig. Die Trabpausen laufe ich ja selbstverordnet jetzt schneller als 6:00 min./km. Dann noch 4x wiederholen det Janze, schließlich steht „4-5“ ja dafür, 5 Intervalle zu laufen und nur wenn’s gar nicht anders geht, eines auszulassen.

Gewisse Angst vor dieser Einheit machte sich breit. Bisher sind ja alle Intervalle besser gelaufen als ich befürchtet hatte, aber dieses Training stand mir trotzdem irgendwie bevor. Wie immer in letzter Zeit bei den schnellen Einheiten hatte ich einen Power-Riegel eingeschoben. Meine Erfahrungen damit sind absolut positiv. Mit genügend Wasser runtergespült bleibt auch nix im Rachen hängen, was beim Laufen nur nervt und ablenkt.

Gut gestärkt ging ich also in die erste Runde. Ich habe mir angewöhnt, Intervalle immer auf einer kleinen Feld- und Waldwegrunde zu drehen, etwa 1,1km lang. Die durchlaufe ich dann mehrfach und biege eben rechtzeitig wieder nach Hause ab. Meistens verrechne ich mich nicht, so dass ich nicht „zu viel“ auslaufen muss.

Nach dem Einlaufen drücke ich also frohen Mutes die „Lap“ Taste an meinem Forerunner, um das erste Intervall zu starten. „Schneller“ faucht mich die Uhr an und ich gebe Gas. Gebe mir Mühe. „Langsamer“ steht auf der Uhr. Zufrieden nehme ich etwas Gas weg und laufe die geforderten 4:55. Tut aber weh. „Soll’s ja auch“ werden die erfahrenen Trainingsspezialisten sagen. Mann, sind 1.500 m lange. Endlich ist das Intervall vorbei. Brutal.

Dann passiert etwas – aus jetziger Sicht – Seltsames. Nach 200 Metern verlässt mich das Gefühl, dieses Training durchstehen zu können, und ich breche ab. Ich breche die Trabpause ab! Hä? Ich realisiere, was ich da für einen Mist baue und drücke weiter bis zur nächsten Trabpause, die ich nun wenigstens normal durchlaufen will. Mache ich dann auch in 5:30. Ich beschließe unterwegs, das nächste Intervall zu versuchen. Das breche ich nach einem Kilometer (5:02) ab. Ok, es langt. Trabpause ordentlich durchlaufen, Richtung Heimat. Die laufe ich in 5:31. Mir tut mein linkes Knie weh, die rechte Wade und der rechte Oberschenkel. Naja, so’n bißchen.

Geht doch, denke ich. Ich beende das programmierte Training und gehe noch auf eine Runde um den Ententeich. Die läuft sehr locker, der erste Kilometer bei 5:16. Als ich nach Hause abbiegen will, biegt vor mir ein Läufer ein, läuft etwa 100m vor mir in die gleiche Richtung. Etwa das gleiche Tempo. Was passiert? Ja, genau. Ich will ihn mir schnappen und lege einen Zahn zu, verringere den Abstand. An der Spitze des Teichs kann man aufgrund des Kurvenverlaufs sehen, wer hinter einem läuft. Und was macht der Typ, als er mich sieht? Bleibt stehen und macht Dehnungsübungen. HAHA. Ich hechle an ihm vorbei und halte die Pace hoch. Ein Blick auf die Uhr: 4:55 min./km. Laufen ist Kopfsache.

Fazit: der Respekt vor den Intervallen war wohl zu hoch, ich war wohl auch nicht so 100% fit. Das nächste Mal gebe ich nicht auf. Meine Steuerzeit für den HM bleibt bei 1:50:00.

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