Zeitreise (2) – die Vorbereitung

Januar 2009. Mein großes Ziel vor Augen, den Hella-Halbmarathon Ende Juni 2009, trainierte ich erstmals in meinem Leben nach Trainingsplan. Naja, sagen wir, ich hatte mir einen Trainingsplan ausgesucht und trainierte danach, so wie es mir gerade in den Kram passte.

Ich schraubte allerdings langsam die Umfänge hoch, so dass mein längster Lauf bald bei 17 km lag. Die Wochenumfänge variierten dabei zwischen 15 und 25 km, also nicht sehr viel. Als Zielzeit hatte ich mir 2 Stunden vorgenommen, nicht etwa, weil das meinem Leistungsvermögen entsprach, sondern vielmehr, weil sich das gut anhörte.

Dass ich die erforderlichen Trainingszeiten nicht schaffte, machte mir aber wenig Sorgen. Ich vertraute auf die Zeit, die mir blieb. Der Trainingsplan war – wie die meisten – auf 12 Wochen ausgelegt, daher hätte ich noch Zeit bis Ende März, Anfang April, um die benötigte Grundschnelligkeit zu bekommen. Dachte ich. Zeit kann ja so schnell vergehen…

Natürlich war eine leichte Verbesserung zu erkennen, gerade was die Ausdauer angeht. Das Tempo jedoch konnte ohne Tempotraining nicht verbessert werden (sic!). Immerhin habe ich das registriert und meine Strategie korrigiert: ich wechselte die Zielzeit auf 2:10h. Der Plan erschien mir eher machbar.

Dummerweise ging ich aber mit meiner Teilnahme an diesem Wettbewerb hausieren (in der Hauptsache, weil ich so den Druck aufrecht erhalten wollte, aber auch ein wenig aus Stolz), und sprach daher auch mit dem ein oder anderen Marathon erfahrenen Läufer. Einer von ihnen sagte mir etwas respektlos: „Zwo zehn? Ach was, wer einigermaßen regelmäßig läuft, der schafft den Halben in zwei Stunden! Zwo zehn, was ist das denn für ein Ziel?“ In meiner Ehre gekränkt („Recht hat er! Pah! Zwo zehn! Was ist das denn für ein Ziel?“) ließ ich mich also hinreißen, den Trainingsplan abermals zu ändern. Wieder auf 2 Stunden zurück. Aus heutiger Sicht ganz schön doof. Das ist ein Schnitt von 5:41. Wenn ich mir mein Trainingstagebuch anschaue, fällt auf, dass ich zu dieser Zeit ohne Ausnahme immer über 6:00 min./km gelaufen bin. Meistens sogar über 6:30, manchmal über 7:00. Heute weiß ich: ich hatte zu wenig und vor allem zu langsam trainiert.

Immerhin: ein Lauf über 20 km nahm mir die Angst vor der Strecke. Auch wenn es unnötig ist, diese Umfänge im Halbmarathontraining zu laufen, für meinen Kopf war es wichtig, die Strecke zumindest einmal absolviert zu haben (den einen Kilometer vernachlässigen wir mal). Aber das Tempo… Erst vier Wochen vor dem Wettkampf schaffte ich meine erste Einheit in einem Schnitt von 5:54 und das über gerade mal 7 km. 

Es war also kein Wunder, dass ich dieses Tempo nicht würde gehen können, schon gar nicht über 21,1 km. Aber dazu mehr in Teil drei (boah, was für ein Spannungsbogen, kaum auszuhalten, was?)

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