Wohlfühllauf mit Klönschnack

Für den heutigen Volkslauf in Jesteburg hatte ich mich ja entschieden, nicht volle Pulle zu laufen, da ich mir das für den Süderelbe-HM aufheben möchte. Deshalb habe ich mich auch nicht 100% vorbereitet. Trainingsmäßig schon, aber Pizza mit Bier und Schnaps am Vorabend hätte ich mir sonst verkniffen.

Da der 20,5km Start schon für 9:30h angesetzt war, fand ich mich um 8:30h am Sportplatz in Jesteburg ein. Es war recht frisch und immer mal wieder regnete es leicht. Ich kam in lang/lang (Langarmshirt/lange Hose, nicht der Klavierspieler) und wollte auch so laufen. Lutz aus dem Runnersworld Forum, mit dem ich mich verabredet hatte, erschien in kurz/kurz (nicht der erfolglose Pianist) und ich kam ins Grübeln. Kaum hatte ich die Startnummer abgeholt, hatte ich mich auch schon entschieden: die kurze Hose sollte es sein, das Langarmhemd wäre ok, da kann man ja die Ärmel hochschieben im Zweifel.

Lutz hatte gerade erst eine Erkältung auskuriert – oder doch noch nicht so ganz, daher beschlossen wir, den Lauf beide locker anzugehen. Der Plan war, die ersten Zehn mit 5:45 zu laufen und dann die zweite Hälfte schneller zu sein.

Am Start wollte keiner so richtig nach Vorne (da stehen ja auch sonst die Kenianer), so lief eine bunte Reihe, oder besser ein bunter Klumpen los. 60 Teilnehmer hatten sich für die Fast-HM Strecke gefunden. Bereits nach 200m stellten wir fest, dass wir deutlich zu schnell unterwegs waren, schafften es aber in der allgemeinen Anfangseuphorie nicht, über 5:30 zu bleiben. Die folgenden km sollte uns das aber gut gelingen und fröhlich plaudernd fanden wir unseren Platz im hinteren Drittel des Feldes. Wir hatten uns ja auch viel zu erzählen, schließlich kannten wir uns ja erst eine knappe Stunde 😉 Wir klönten also über Fußball, die Kinder, Laufschuhe, Lauf-Zipperlein, unser Marathon-Vorhaben (bei dem wir beide das gleiche Ziel haben – das riecht nach einem weiteren gemeinsamen Lauf), das Runnersworld-Forum, unsere Forerunner, die teilweise doch sehr weit mit ihren Angaben auseinander lagen, usw. usw… Lutz, das war klasse!

Beide fühlten wir uns gut, die Beine waren so locker wie unsere Sprüche, die Pace fühlte sich gut an, und wir hatten eine Menge Spaß. So durchliefen wir die 10km Marke bei 56:09, was einem km-Schnitt von 5:37 entspricht. Jetzt nur noch den Schnitt unter 5:37 drücken und wir hätten den negativen Split geschafft (2. Hälfte schneller als die erste). Hat ja keiner gesagt, wieviel schneller…

Wir zogen das Tempo an und liefen fortan 5:20-5:30, pendelten uns dann bei etwa 5:30 ein. Positiver Nebeneffekt war, dass wir auf der zweiten Runde noch etwa 5-6 Läufer überholten! Gut für’s Ego! Nette Sprüche bekamen wir dabei zu hören „was habt ihr denn für Drogen genommen“ z.B. Am Ende überkam uns dann doch nochmal der Ehrgeiz und wir liefen km 18 und 19 in 5:06 bzw. 5:05, um gemeinsam nach 20,5km bei 1:53:09 bzw. 1:53:10 registriert zu werden. Selbstverständlich habe ich Lutz den Vortritt beim Einlauf in den Zielkanal gelassen 😉

Ach ja: lang/kurz war die richtige Entscheidung. Zwar habe ich zwischendurch die Ärmel mal hochgeschoben, aber durch den Wind und die feuchte Witterung (es war während des Wettkampfs fast durchgehend trocken und fing erst wieder an als wir im Ziel waren) war ich ganz froh, mich für das Langarmshirt entschieden zu haben.

Fazit: erster Lauf ohne „PB-Vorgabe“ geglückt (54:08 für die zweiten Zehn)! Machte richtig Laune, einfach mal was auszuprobieren. Der negative Split ging erstaunlich gut (was natürlich auch am eher verhaltenen Tempo auf den ersten Zehn lag) und so einen Lauf dann auch noch mit einer netten Unterhaltung zu paaren, rundete das Ganze ab! Die Zeit lässt zudem weiterhin absolut hoffen für den Süderelbe HM!

Nachtrag: Lutz hatte Gelchips mit und ich durfte auch einen probieren. Frau Schmitt hat recht: wie ein toter Frosch im Mund und es klebt und ist irgendwie unangenehm. War einen Versuch wert, aber das ist nix für mich. Bei Lutz funktioniert’s. Ich bleibe bei meinen Power-Bar Riegeln!

4 Gedanken zu „Wohlfühllauf mit Klönschnack“

  1. Hallo Steffen,

    schöner Bericht von einem schönen Lauf. Hat Spaß gemacht, oft sind es die 5-10 Minuten auf 20 km, die den Unterschied zwischen völlig fertig und „Spaß gehabt und schön gelaufen“ ausmachen. Jetzt verstehe ich auch die „Stockenten“ im Wald, die beim Walken permanent reden – die Zeit & die Kilometer vergehen wie im Flug. Die Chips sind aber gar nicht so schlecht, die verhelfen so manchem M40/45 zur zweiten Luft 😉

    Grüße aus Buchholz,
    Lutz

    1. Moin Lutz!
      Du hast natürlich recht: die Dinger wirken. Ich hatte in der Tat das Gefühl, nochmal mehr Power zu haben. Vielleicht konnten wir deshalb die letzten 2 km nochmal ’ne Schippe drauflegen. Aber ich muss mich trotzdem nach anderen Methoden umsehen, das Benzin in meine Blutbahn zu kriegen…

  2. Noch ein weiterer Nachtrag: meine Achtjährige sah die Urkunde, die ich mir selbstverständlich ausgedruckt habe. „Boah, Papa! Fünfter!“ Ja, es hatten genau sechs Teilnehmer in der AK45 gemeldet 😉

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