Zeitreise (1) – die Initialzündung

Weihnachten 2008. Meine antiquarischen Aufzeichnungen belegen, dass die längste Strecke, die ich seinerzeit gelaufen war, 13 km war. Teilweise war ich wochenlang gar nicht laufen und meine Gesamtlaufleistung für das Jahr lag bei 273 km (zum Vergleich: momentan laufe ich etwa 40-50 km in der Woche).

Meine Frau schenkt mir einen Zettel zu Weihnachten. „Oh ein Gutschein“ denke ich und sehe mich in einem Wellnesshotel im Bademantel auf einer Liege dösen.

Es steht aber drauf „Ihre Anmeldung zum Hella Halbmarathon 2009“ und das Buch, dass sie mir dazu noch in die Hand drückt, heißt „Richtig trainieren für den Halbmarathon“ (Andreas Butz). Ich bin platt, dann überkommt mich große Freude und ich falle meiner Frau um den Hals, denn sie hat den Nagel auf den Kopf getroffen! Ein Traum wird wahr werden: ich werde einen Halbmarathon laufen! Sie ist etwas irritiert, dass ich mich tatsächlich so freue, hat sie doch damit gerechnet, dass ich sauer bin, weil sie mich unter Druck setzt. Das genaue Gegenteil war der Fall, ich brauchte das, um mein Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen. Wie lange hatte ich schon darüber gesprochen, dass ich ja „irgendwann mal vielleicht Halbmarathon oder so“ laufen wollte.

Bereits am nächsten Tag (ja, es war der 1. Weihnachtsfeiertag) habe ich meine Laufschuhe geschnürt und bin knapp 12 km gelaufen. In 1:22h, aus heutiger Sicht eine Zeit, bei der ich mich langweilen würde. Hört sich vielleicht überheblich an, ist aber so…

Weil es so schön war, bin ich die gleiche Strecke am 2. Weihnachtsfeiertag noch mal gelaufen. Diesmal in 1:20h (gäähn).

Das Buch habe ich verschlungen, und mir dann einen Trainingsplan rausgesucht, der auf 2:10h hinauslief. So gerüstet ging ich in das Halbmarathonjahr 2009, meinem großen Abenteuer entgegen, meinem persönlichen „Ultra“ über einundzwanzigkommaeins Kilometer.

2 Gedanken zu „Zeitreise (1) – die Initialzündung“

  1. Hast ganz offensichtlich die richtige Frau geheiratet … und ich weiß gar nicht, wieso mir jetzt ein etwas eingestaubter Schmooz-Kose-Nebennick für sie einfällt. Hatte war mit einer Bar zu tun :-) … um auch mal nostalgisch abzuschweifen ..

    Und weil ich Fortsetzungsromane, die sich hinziehen, nie aushalte, hab‘ ich sofort die letzte Seite gelesen (bzw. in den Ergebnislisten von 2009 nachgeguckt 😉

    Dein 12km-Weihnachtsjoggtempo wär‘ mir zu schnell – aber meinen ersten HM bin ich damals schneller gelaufen :-p (lass mir den kleinen schalen Triumph – ich werde nie im Leben mehr auch nur in die Nähe Deiner Laufgeschwindigkeiten kommen …)

    Gruß an die Bardame!

    1. Klar habe ich die richtige Frau geheiratet, „die beste von allen“…

      Die Ergebnisliste hättest Du übrigens gar nicht bemühen müssen, unter dem Link „meine Wettkämpfe“ steht die Zeit auch :-) Und selbstverständlich lasse ich Dir diesen Triumph, so wie den Vorsprung von 9 Marathons, zig-Wettkämpfen, zig-Trainingskilometern usw. usw. Was ist da schon schnöde Laufgeschwindigkeit?

      Schön, dass Du meine Blogeinträge liest, zumindest ab und an *wink*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *