Laufschuhe (1)

Man kann gar nicht genug Laufschuhe haben. Finde ich. Dass sich mein Laufschuh-Arsenal dennoch auf 5 Paar „beschränkt“, hat einzig und alleine Kostengründe. Es gibt natürlich verschiedene Ansichten und Philosophien zu diesem Thema.

Durchgesetzt hat sich die Meinung, dass sich – wer einigermaßen ambitioniert läuft – ein zweites Paar Schuhe leisten sollte. Zum einen, weil ein Paar immer trocknen, auslüften, „sich erholen“ kann und zum anderen, weil man so seinen Laufapparat nicht zu sehr an einen Schuh gewöhnt und Abwechslung gönnt. Damit das auch gewährleistet ist, sollte es dann natürlich nicht das gleiche Paar sein. Manche gehen sogar so weit, dass man verschiedene Hersteller nehmen sollte.

Die nächste Stufe ist dann, soviele Paar Schuhe zu haben wie Trainingstage in der Woche. Wer also dreimal die Woche trainiert, braucht nach dieser Philosophie drei Paar Schuhe. Auch hier wieder: nicht diesselben, gerne verschiedene Hersteller. Dabei reden wir natürlich noch lange nicht von „gestützten“ (auch: Support) Schuhen oder „Neutralschuhen“. Das wiederum hat mit dem Auftritt- und Abrollverhalten zu tun, was bei jedem anders ist. Stichworte hierzu „Überpronation“, „Supination“. Vielleicht mal an anderer Stelle mehr darüber.

Dann gibt es noch Spezialschuhe. Z.B. Nike Free, die sich fast wie Barfußlaufen anfühlen, Vibram Five Fingers (mit einzelnen Zehen statt Zehenbox, auch für eher direkten Kontakt zum Untergrund) und Trailschuhe, die für schwierigeren Untergrund gedacht sind. Matsch, Schlamm, Schnee etc. Eigentlich für den Normalläufer unwichtig.

meine Trailschuhe - Asics Gel Trabucco 8

Ich besitze Trailschuhe, weil ich es nicht lassen konnte. Heute nehme ich die Gel Trabuccos nur noch, wenn es schüttet wie aus Eimern, die Umgebung im Schnee versinkt, oder generell der Notstand ausgerufen wurde. Dass sie noch nicht aussortiert wurden, haben diese Schuhe nur dem Umstand zu verdanken, dass sie wenig gelaufen wurden… Der Nachteil von Trailschuhen ist nämlich, dass sie klobig und etwas schwerer sind. Dafür wasserdicht(er) und mit griffiger Sohle. Vielleicht behalte ich sie doch…

4 Gedanken zu „Laufschuhe (1)“

  1. naguggemodoo – über wen bin ich denn da anscheinend gestolpert … Hallo … äh …sorry … ich erinnere mich nur noch an den Zigarettennamen-Nick. Der echte ist mir entfallen.

    Fluppen sind offensichtlich megaout – liest sich eher nach Marathonplänen, was?!

    Fachlich: nach 6 Jahren Lauferei (mal mehr, mal weniger) lässt die Laufschuhsucht zwar nicht nach. Tendenz ist aber (von Anfang an – Tendenz weiter zunehmend) -> weg von der Technik, hin zum einfachsten Schuhwerk, das die Laufschuhindustrie zu bieten hat. Incl. Badeschläppscher (Beachwalker), echtes Barfußlaufen und vollkommen schnörkellose harte, durchgehend ca. 1/2 cm hohe einfachster Gummisohle ohne alles. Gabs vor 5 Jahren bei PLUS für nen Zehner und haben als einzige diese lange Zeit überdauert. Nagut – NikeFree ist schon wieder Technik – aber’n bisschen Spielkram muss auch sein …. sagt eine orthopädisch inzwischen komplett beschwerdefreie adipöse extrem-Überproniererin, der bei der vor kurzem stattgefundenen innerbetrieblichen Laufanalyse (im Rahmen irgendwelcher hipper Gesundheitstage) wie immer bei solchen Gelegenheiten und Ärzten etc. dringend Einlagen empfohlen bekommt oder zumindest extreme Stabileschuhe mit Stütze und Dämpfung … die wollen mich mit aller Gewalt ruinieren …

    1. Na aber hallo Lizzy! Das ist ja eine schöne Überraschung. Jetzt weiß ich auch wo Du dich rumtreibst 😉

      Das Rauchen habe ich schon vor über 11 Jahren aufgegeben. Schon erstaunlich, dass sogar mein Nickname damit zu tun hatte. Deinen Blog werde ich mir gleich mal reintun.

      Deine Erfahrungen mit Laufschuhen decken sich mit einigen „Radikalen“ aus dem RW-Forum. Die Gruppe der „Dämpfungsverweigerer“ ist dabei größer als die der Stabilschuhfreunde. Ich mittlerweile aber die Erfahrung gemacht, dass man in den Laufläden nur ein bißchen mit seinem Halbwissen angeben muss und dann auch schon eine bessere Beratung bekommt. „Der Kayano wäre sicherlich viel zu extrem für dich“ war da schon eine sehr beruhigende, weil einfach richtige, Aussage. Ich halte es hier wie bei der Länge meiner langen Läufe: step by step, immer ein bißchen länger, bei den Gesamt-Kilometern immer ein bißchen weniger gestützt… Die nächsten simplen billigen Laufschuhe beim Discounter werden aber gekauft und dann eben auch behutsam mit eingebaut. Kaputt machen will ich mir ja auch nix. Vielleicht sehe ich das dann in ein paar Jahren auch so „radikal“ wie du!

  2. Ah – man muss ja auch nicht immer das Kind mit’m Bad auskippen. Es gab in Discountern schon den größten Schrott – aber eben auch tolle Dinger. Nur, weil die im Discounter rumstehen, sind die ja nicht alle gleich. Allerdings gibt’s da keine Beratung – muss man selber sehen, ob’s einem taugt 😉

    Übrigens hätte ich nicht von Anfang an nur in den ganz flachen laufen können. Aber in den anderen konnte ich auch nicht. Hab‘ mich jahrelang mit immer neuen Zipperlein rumgeplagt. Aber das lag natürlich an meinem Hang, alles immer gleich zu übertreiben und ich hab‘ einfach zu schnell zu viel gewollt (und eigentlich auch bekommen 😉

    Dazu gab’s dann gratis Plantarsehnenentzündung (in der Zeit gingen harte Sohlen gar nicht – geholfen haben ganz einfache Wickelbandagen und diverse Übungen, Wechselbäder … Ommazeuch halt), instabile Fußgelenke mit Verdickungsneigung (das war der Grund, den Gardasee-Marathon 2007 in ALDI-Tretern zu laufen. Die Dinger waren damals eigentlich ziemlich mies weil so weit und schwabbelig- aber genau deshalb hat die Bandage mit reingepasst und meine Knöchel waren doch eh schon von der Bergtour vorher geschwollen … )

    Jaja … nachmachen muss garnicht sein *g* … aber dadurch hab‘ ich ja auch alle Schuhtests durch und behaupte: das Wichtigste ist sowieso, erstmal ein paar Laufjahre zu sammeln, das stabilisiert die Gräten am besten. Dagegen kann kein Schuh an und das kann auch keiner ersetzen. Wenn aber diese Jahre auch dafür genutzt wurden, die Fußmuskulatur zu kräftigen, dann wiederum brauchste keine Krücken mehr in den Schuhen – die ohnehin meist mehr schaden als nützen.

    Lies mal „Born to run“ . Liest sich zwar teilweise ziemlich nervtötend und hakelig (könnte auch mit an der Übersetzung liegen) aber viele Dinge darin klingen plausibel. Oder sagen wir: da sagt ein Bestsellerautor exakt das, was ich seit Jahren selber rausgefunden habe. Das schmeichelt natürlich *s*

    Die nächste Ansprache dann später mal. Muss kochen.

    1. Wenn Du in meinem Blog etwas stöberst, wirst Du rausfinden, dass ich mich auf exakt dem von Dir beschriebenen Weg befinde. Weg von dem Super-gestützten Zeugs. Der führte mich erstmal zu Asics 1140 (super, jetzt mein Lieblingsschuh), wenig später zu ziemlich flachen Nike Motos, bei denen ich am Anfang eines Laufs immer erst Achillessehnenziehen habe, was sich aber wegläuft. Die Dinger finde ich super, würde sie aber noch nicht für lange Läufe nehmen. Wie gesagt: step by step, will mir ja auch nix kaputtmachen. Wenn ich in ungestützten Schuhen nur Probleme hätte, würde ich sicher nur in gestützten laufen. Ist aber nicht so :-)

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