ganz unspektakulär um den Ratzeburger See

Meine dritte Teilnahme am Ratzeburger Adventslauf, bei dem es 26 km um den großen Ratzeburger See geht, verlief diesmal ganz unspektakulär. Schön allerdings, dass ich gemeinsam mit liebgewonnenen Lauffreunden, Lutz und Wolfgang, an- und abreisen konnte.

Wir trafen uns um 9:00h und machten uns auf die etwa einstündige Anreise, bei der wir natürlich das vergangene Laufjahr, die erreichten (Wolfgang) oder nicht erreichten (Lutz und ich) Ziele, sowie die Strategie für den Wettkampf bis ins Detail erörtertern. Selbstverständlich wurden auch Pläne für 2014 geschmiedet.

Ratzeburg empfing uns mit Adventslauf-Wetter: ungemütlich, leichter Nieselregen, einstellige Temperaturen – wobei letztere diesmal eher ideal zum Laufen waren; es mögen so um 7 oder 8 Grad gewesen sein. Die Startnummernausgabe ist zwar toll organisiert, findet aber leider in einem viel zu kleinen Raum in der Schule statt. Dann ging’s wieder ins Auto, wo wir noch eine halbe Stunde warteten bevor wir uns auf den Weg zum Startbereich machten. Dort regnete es dann noch etwas stärker, bevor es pünktlich zum Start aufhörte. Auch während des Laufs regnete es nicht mehr wirklich – mal ein paar Tropfen, aber nicht mehr.

Als Strategie hatte ich mir vorgenommen, mit einem 5:45er Schnitt anzukommen und als erste Priorität: durchzulaufen. Die Steigungen zwischen km 21 und 23 sind brutal, die meisten gehen dort. Nach ein paar Kilometern stellte ich fest, dass der Plan aufgehen könnte. Ich lief regelmäßig 5.30er bis 5.40er Zeiten, fühlte mich gut und überlegte rasch, ob vielleicht nicht doch eine Bestzeit drinwäre… Diesen Gedanken habe ich zum Glück schnell wieder verworfen, ich wollte EINMAL eine Strategie auch durchziehen. Ich wandte wieder meine Taktik aus den Vorjahren an: bergauf wenig Tempo verlieren, bergab leicht schneller laufen. So lief ich auch mal eine 6:00er und auch mal eine 5:00er Pace. Bis zur Nordspitze des Sees hatte ich so einen Schnitt von 5:34 rausgelaufen. Bei km 14 fing dann auf einmal mein rechtes Knie bei jedem Schritt an zu zicken, so dass ich anfing, sehr unrund zu laufen, also „noch unrunder als sonst“ meine ich. Die Schmerzen waren erträglich, aber stärker als ich es gewohnt bin, so dass eine gewisse Sorge in mir aufkam, es könnte schlimmer werden. Das ging so bis etwa 15,5 km, dann waren die Schmerzen verschwunden, und ich konnte wieder normal laufen.

Ich wurde trotzdem langsamer, teilweise wegen der Angst, das Knie könnte zumachen, mir fehlten aber auch die Körner, um das Tempo zu halten. Die km-Splits lagen nun 5:40 bis 6:00 min./km als die erste Steigung kam. Ich lief stetig, und immer mit dem Blick 3m nach vorne gerichtet, durch. Diesen „Trick“ habe ich auch mehrfach bereits angewendet. Es ist einfacher, wenn man nicht sieht, wie lange man noch bergauf laufen muss. Ich überholte durchaus einige Wettkämpfer, und wurde praktisch nicht überholt. Auch die nächsten Steigungen klappte das, wobei ich bei km 23, der 27 Hm aufweist, bei einem 6:30er Schnitt landete. Ich schnaubte wie eine Dampflok und schob mich im Schleppschritt an den anderen vorbei. Hier liefen die wenigsten durch. Ich habe es tatsächlich geschafft, nicht zu gehen, eine wichtige Sache für meine Birne. „Du hast dir das vorgenommen, du hast es durchgezogen. Du stark. Du viel Kraft. In Birne. Uga.“

Ratzeburg 2013
Ratzeburg 2013

Ich bin dann noch einen Kilometer im 5:45er Schnitt gelaufen (mein Knie meldete sich wieder, es war aber lange nicht mehr so schmerzhaft) und nach 25,6 km lief ich überraschenderweise durch den Zielbogen, begleitet vom netten Lautsprecher-Kommentar „hier kommt ein weiterer Athlet: Steffen Reiter vom Tus Fleestedt“. Meine Frau meinte hinterher, vermutlich hatte der Sprecher gesagt „hier kommt ein weiterer Athlet. Und Steffen Reiter vom TuS Fleestedt auch“. Sie ist so liebevoll.

Meine Zeit war 2:26:54; damit war ich exakt 6 Sekunden schneller als vor zwei Jahren, aber etwa 2½ Minuten langsamer als bei meiner Bestzeit 2010. Ich habe meine gesetzten Ziele für diesen Wettkampf voll und ganz erfüllt. Ein Schnitt von 5:39 ist sogar mehr als erwartet. Wolfgang und Lutz strahlten ebenfalls ob ihrer erreichten Ziele, und glücklich aber doch recht fertig machten wir uns nach der traditionellen Einnahme der Hühnersuppe auf den Nachhauseweg.

Mein Knie tat noch drei Tage weh, weshalb ich nicht gelaufen bin. Gestern Abend lief ich eine kleine Runde (7 km) im Wohlfühltempo, um zu schauen, ob das Knie hält. Es tat anfangs weh, wurde dann aber besser. Heute ist es deutlich besser als gestern. Da Orkan Xaver sich für heute angesagt hat, wird auch der heutige Donnerstag lauffrei bleiben, morgen muss ich mal schauen, was das Unwetter so angerichtet hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *