Homerun

Schon sehr lange spreche ich davon, dass ich ja mal von der Arbeit nach Hause laufen könnte. Nie habe ich es getan, und irgendwie weiß ich auch nicht warum. Glücklicherweise habe ich von der Idee berichtet, und glücklicherweise arbeitet mein Lauftreffkumpel Ulrich auch in der Hamburger City.

Ulrich war es dann nämlich, der mich nochmals fragte, wann wir das denn nun endlich tun würden. Bei der Terminfindung fiel die Folgewoche gleich aus, übrig blieben „morgen oder im November“. Und spontan, wie wir sind, einigten wir uns auf „morgen“.

Die Strecke ist ungefähr 25 km lang, also ideal geeignet, um den wöchentlichen LaLa mal nicht am Wochenende laufen zu „müssen“. Es war schon eine kleine logistische Herausforderung, festzustellen, was ich denn nun mit ins Büro nehmen musste, was von da beim Laufen wieder mit nach Hause kommen würde, was ich am nächsten Morgen brauchen würde, um wieder in die Stadt zu kommen und so weiter. Ist ja nicht so, dass Laufen unkompliziert wäre.

Das Wetter konnte besser kaum sein, etwa 16-17 Grad, wolkenloser Himmel, und auf den ersten 6 bis 7 km hatten wir noch Sonne, danach wegen der fehlenden Wolken noch sehr lange genug Licht. Ulrich musste seine Stirnlampe erstmals nach etwa 17 bis 18 km anschalten.

Baakenhafenbrücke
Baakenhafenbrücke

Wir liefen durch die Speicherstadt in die Hafencity, wo wir die neue Baakenhafenbrücke überquerten. Über die Freihafenbrücke, die parallel zu den Ebbrücken verläuft, ging es auf die Veddel, und von dort nach Wilhelmsburg, und immer schön weiter an wenig befahrenen Straßen Richtung Süden. Interessanterweise fing hier mein Magen an zu knurren, obwohl ich mir mittags noch eine Pizza genehmigt hatte. An Verpflegung hatten wir nichts dabei, waren aber mit etwas Kleingeld ausgestattet. Um es vorwegzunehmen: wir brauchten auch nichts.

Sowas kann nur Hamburg!
Sowas kann nur Hamburg!

Die Kulisse war traumhaft bis trist, ein wunderschöner Sonnenuntergang mit Hafenpanorama, sozialer Wohnungsbau und hübsche Parkanlagen wechselten sich ab. Wir liefen ein schnelleres Tempo als ich geplant hatte, aber es machte viel Spaß und wir liefen uns in einen netten Flow. Normalerweise gehöre ich nicht zu den kommunikativsten Menschen, aber beim Laufen findet sich immer irgend ein Thema, so dass uns zu keiner Zeit langweilig wurde.

ein Traumwetter im Oktober
ein Traumwetter im Oktober

Die Strecke kannten wir grob, beide hatten wir im Vorfeld auch schon mal geschaut, wo man lang laufen musste. Als wir die alte Süderelbbrücke überquert hatten, kamen wir auch schon wieder in „heimische Gefilde“, passend zur einsetzenden Dunkelheit, die es mir leider unmöglich machte, noch verwacklungsfreie Bilder zu produzieren. Trotzdem bin ich froh, dass ich sie dabei hatte, denn einige Ausblicke mussten einfach festgehalten werden.

Wenn wir schon bei „Dabeihaben“ sind: nicht dabei hatte ich meinen Forerunner, so dass ich keine Kontrolle über Tempo und bereits gelaufene Distanz hatte. An alles gedacht, aber das Hightech-Teil zu Hause liegenlassen. War mir dann aber auch egal, zumal Ulrichs Handy Auskunft geben konnte. Ich hatte zumindest eine App, die mir Gesamtdauer und Gesamtstrecke aufzeichnete. Die Beine wurden nun langsam schwer, das Tempo ließ nach (wie mir Ulrich im Nachgang berichtete) und mein Magen knurrte weiter fröhlich vor sich hin.

Nach etwa 24 km trennten wir uns wieder mit dem festen Versprechen, das Ganze dringend zu wiederholen. Am Ende kam ich nach 2:50h und etwa 26,5 km zu Hause an, wobei ich hoffe, das noch etwas genauer hinzukriegen, wenn ich die Strecke erstmal am Rechner nachgeklickt habe. Es hat auf alle Fälle sehr viel Spaß gemacht und wird definitiv wiederholt!

6 Gedanken zu „Homerun“

  1. Eine tolle Sache und eine tolle Strecke!
    Ich nehme mir das auch schon seit längerem vor – alternativ auch in die Arbeit zu laufen (Dusche vorhanden) – bei mir sind es aber nur 11km … gemacht habe ich es bisher noch nicht … Dein Bericht ist aber verlockend 😉

    1. Mach es! Zur Arbeit hinlaufen ginge bei mir wegen vorhandener Dusche auch, aber irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, nach knapp 3h Laufen noch 8 Stunden am Schreibtisch zu sitzen…

      1. Naja bei 3 Stunden kann ich das durchaus verstehen – ich würde dann wohl auch eher zu einem Nickerchen unter dem Schreibtisch tendieren 😉

        Allerdings werde ich wohl damit leben müssen, dass mich meine Kollegen für einen Spinner halten. Aktuell bin ich mit meinen bescheidenen Umfängen ja schon quasi der Extremsportler im Büro … wenn der Irre jetzt auch noch Morgens angerannt kommt, ist es ganz aus 😀

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