Haken an den See!

Das hat ja schon fast Tradition. Wir machen Männerwochenende und wenn es in der Nähe einen See gibt, laufe ich drumrum. Diesmal hatten wir Hannover als Ziel unseres Wochenendes auserkoren (bitte fragt nicht, warum gerade Hannover, das ist echt kompliziert!) und somit war der Maschsee dran. Dabei bin ich unfreiwillig schon wieder Charity-Läufer geworden.

Am Samstagmorgen waren wir zu viert, zwei wollten Tennis spielen, Frank und ich wollten laufen. Das Hotel befand sich in Steinwurfweite vom Maschsee, also Schuhe an und ab an den See, der mir in meiner Seeumrundungsliste noch fehlt. Der Vorteil gegenüber dem Scharmützelsee oder dem großen Ratzeburger See (den ich ja bereits zweimal umrundete) hat der Maschsee den großen Vorteil, dass er mit 6 km Rundstrecke recht problemlos umrundet werden kann.

hinten der Maschsee, vorne ich
hinten der Maschsee, vorne ich

Mein Trainingsplan sah 12-15 km vor, in einem mäßigen Tempo. Zwei Runden waren also auf jeden Fall zu absolvieren, dann wollte ich mal sehen. Ich richtete mich nach Frank, der eine Runde laufen wollte und das Tempo vorgab. In einem 7:00er Schnitt liefen wir gemütlich bei traumhaftem Wetter (Sonnenschein, etwa 9 Grad) los. Wir hatten uns für den Uhrzeigersinn  entschieden und trafen nach kurzer Zeit auf einen Verpflegungsstand unter einem SPD-Sonnenschirm, was sich bei näherem Heranlaufen allerdings um einen Verpflegungsstand unter einem REWE-Sonnenschirm (mit Schild „1 km“) entpuppte. Aufgrund der Wahlen hatten wir rote Sonnenschirme nicht mit Lebensmittelkonzernen in Verbindung gebracht. Dort standen etwa 20 Halbliter-Flaschen Wasser etwa ebensoviele Becher mit Wasser neben einem jungen Menschen, der uns jedoch ignorierte.

Frank und ich fragten uns, ob dieser Service wohl jedes Wochenende geboten würde, und was wohl ein Becher kostet. Als wenig später der zweite Schirm (mit einem großen Schild „2 km“) vorüber war, beschlossen wir, bei Kilometer 3 zu fragen, was es nun damit auf sich hatte. Gesagt, getan! Der nette REWE-Azubi an Schirm Nr. 3 erklärte uns, dass es einen Spendenlauf gäbe, und die Teilnehmer an jedem Stand einen Stempel auf einen Zettel bekämen. anhand derer die Gesamtspendensumme ermittelt würde. Auch wenn wir nicht mitlaufen würden, dürften wir aber gerne einen Schluck nehmen.

Die Runde liefen wir im gemütlichen Tempo zu Ende, Frank verabschiedete sich in Richtung Hotel, und ich machte mich auf zu Runde 2. Etwas schneller, aber immer noch in einem sehr angenehmen Tempo. Der Kollege bei km 3 (also etwa km 10 für mich) wurde freundlich gegrüßt, und ich begann zu überlegen, was ich nun tun sollte. 12-15 km standen auf dem Plan, aber das herrliche Wetter, die wunderbar zu laufende Strecke, sowie meine exzellente Verfassung bewogen mich schließlich dazu, noch eine weitere Runde anzuhängen. Da ein Lauf diese Woche ausfallen würde, wäre das auch kein Problem wegen zu großer Umfänge.

So kam ich im Start/Zielbereich wieder an, und eine junge Frau stellte sich mir in den Weg, drückte mir zwei Zettel in die Hand, und fragte, ob ich nicht auch für einen guten Zweck mitlaufen wolle. Super. Da hatte ich schon 13 km in der Tasche! Natürlich war es jetzt endgültig klar, dass ich die Runde zu Ende laufen würde!

Ich bekam also nun an jedem Stand zumindest zwei Stempel, und kam erneut mit dem jungen Mann bei km 3 ins Gespräch, der recht interessiert nachfragte, ob ich so etwas denn häufiger mache. „Ja, Charity-Läufe mache ich jede Woche“, war mein erster Reflex, aktuell stimmte das ja sogar. Am Ende wurden mir die Zettel im Ziel abgenommen, in eine große Box gesteckt, und ich darf mich freuen, wieder einen Beitrag geleistet zu haben, dass Kindern geholfen wird. Leider war es mir nicht möglich, mehr herauszufinden.

Im Hotel angekommen hatte ich schließlich 19,2 km hinter mir, die ich in knapp 2 Stunden und 5 Minuten gelaufen war. Bei dem Tempo hätte ich noch recht lange laufen können, und hätte es auch gerne getan! Ein wunderschöner See, tolles Wetter, etwas Gutes getan, Spaß beim Laufen gehabt, was will man mehr? An den Maschsee mache ich auf jeden Fall einen Haken! Oder zwei: einen für „umrundet“ und einen für „unbedingt nochmal umrunden“!

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