Laufen für „den guten Zweck“

Mein erster Charity-Lauf stand an. Die Firma Killtec, ein Sport- und Outdoorbekleidungshersteller aus dem benachbarten Buchholz hat den Sänger und Extremsportler Joey Kelly nun schon zum dritten Mal gewinnen können, durch seine Bekanntheit Leute anzuziehen, die für 10 Euro durch den Wald rennen.

echt'n cooles Shirt!
echt’n cooles Shirt!

Nachdem Killtec auch den 24h-Lauf unseres TuS Fleestedt gesponsert hatte, sponserte der TuS Fleestedt uns einfach den Charity-Lauf. Zu fünft trafen wir im Laden ein, wo Killtec jedem vorangemeldeten Läufer ein Erinnerungsshirt überreichen wollte. Für 10 Euro Startgebühr hatte ich hier ein einfaches Baumwollshirt erwartet, und war umso überraschter als mir ein richtig geiles Fleece-Langarmshirt mit hochwertigem Aufdruck überreicht wurde! Zum Laufen ist das viel zu warm, obwohl es ein recht dünner Fleece-Stoff ist, aber zum Warmhalten vor oder nach einem Lauf ist das super! Da fragte ich mich schon, wo denn jetzt der Charity-Effekt ist, wenn ich 10 Euro bezahle und dann ein Shirt bekomme, das mehr als 10 Euro wert ist…

Joey Kelly saß an einem Tisch im Laden und signierte geduldig Autogrammkarten und CDs, die er nach eigener Aussage noch irgendwo rumliegen hatte und die sich eh nicht mehr verkaufen würden. Man könne sie ja Freunden oder auch Nachbarn, die man nicht leiden kann, schenken 😉 Witziger Typ irgendwie, er machte auch keinen abgehobenen Eindruck, sprach auch später vor dem Lauf mit vielen Leuten, ließ Fotos machen und mischte sich „unter’s Volk“.

Mit Bussen wurden die etwa 150 Teilnehmer zum (nur etwa 1km entfernten) Startort gebracht, einem Waldparkplatz, wo man ein mitelgroßes Zelt für Verpflegung (Bananen, Wasser, Tee) aufgebaut hatte. Die 3km-Strecke führte in einem Rundkurs über Feld- und Waldwege und war ein- bis dreimal zu durchlaufen. Logo, dass unser Lauftreff die 9km-Variante wählte… Ich fragte mich aber nun erneut, was ein Charity-Lauf abseits der Öffentlichkeit nutzt? Natürlich hat Killtec das letzten Endes alles gesponsert, zu Gunsten der Kinderkrebshilfe übrigens. Etwas mehr Präsenz hätte so eine Aktion aber schon verdient. Gut, dann hätte man vermutlich auch wieder mehr Kosten gehabt (ggf. Absperrungen, Rotes Kreuz etc.).

Joey Kelly wollte sich farblich von uns abheben
Joey Kelly wollte sich farblich von uns abheben

Wir Fleestedter traten alle im TuS Outfit an, zwei hatten das 24h-Laufshirt an, was Joey Kelly dazu bewegte, uns zu dem Lauf zu befragen. Wir nutzten die Gelegenheit, um uns auch gleich mit ihm ablichten zu lassen. Sein Blick zeigt absolute Konzentration vor dem Lauf… 😀

Wir liefen uns noch etwa 10 Minuten ein und unterhielten uns darüber, wie wir diesen Lauf angehen würden. Es gab keine Zeitmessung, es ging ja auch um den reinen Spaß und eben den guten Zweck. Da ich vom Vorabend noch den Lichterlauf in den Knochen hatte, wollte ich das Ganze eher locker angehen und eher einen Schnitt von 6:30 min./km laufen. Nach einer kurzen Ansprache vom Vertriebsleiter der Firma und ein paar Worten von Joey Kelly, der dabei auch seinen Sohn vorstellte, ging es dann los.

Die Strecke war sehr schön zu laufen. Auf wechselndem Untergrund ging es auch mal rauf und runter (etwa 30 Hm pro Runde) und schnell zog sich das Feld auseinander. Stefan hatte beschlossen vorne mitzulaufen, Dirk und Ulrich liefen ein etwas schnelleres Tempo, als ich gehen wollte. Natürlich konnte ich mich bei so vielen Mitläufern nicht wirklich zurückhalten und lief die erste Runde in einem 5:40er Schnitt. Die zweite Runde wurde  etwas langsamer, aber in der dritten gab ich bergab wieder Gas und nahm es bergauf nicht wieder raus. So wurde es am Ende ein Schnitt von 5:37 min./km, für die gemessenen 8,9 km brauchte ich etwas weniger als 50 Minuten. Interessant dabei, dass ich kaum Müdigkeit in den Beinen vom doch deutlich anstrengenderen Lichterlauf am Vorabend, knapp 12 Stunden zuvor, verspürte.

Nachdem uns der Bus wieder zurückgebracht hatte, gab es noch eine Verlosung von drei Einkaufsgutscheinen unter allen Teilnehmern, bei dem wir allerdings kein Glück hatten, und gut gelaunt verließen wir den Ort des Geschehens wieder – was Joey Kelly wohl schon früher getan hatte. Alles in Allem eine prima Sache, nächstes Jahr machen wir wieder mit!

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