Weihnachten gewinnt

Weihnachtszeit und der Trainingsplan. Zwei Welten prallen aufeinander. Sicher, dem TP isses egal, dass hier die Kinder singen und dort Schwiegermama mit der Gans wartet. Wenn da steht „10-14 km @6:15“, dann kann ich schlecht meinem Kunden sagen, er solle seine Weihnachtsfeier bitte um einen Tag verschieben.

Also gewinnt – mal wieder – Weihnachten. Wenn Weihnachtsfeier ist, muss ich halt den Trainingsplan anpassen. Hie und da fällt dieser Umplanung dann aber leider auch mal eine Einheit zum Opfer. Hauptsache, die Wochenkilometer kommen einigermaßen hin, und es entsteht kein wirklicher Trainingsrückstand (als ob ich den nicht schon hätte). Diese Woche musste ich mal wieder umdisponieren, so dass meine geliebte Frau Gattin bereits fragte „wann ist denn der nächste Wettkampf oder warum läufst Du schon wieder so viel?“ – „Im Mai. Kopenhagen Marathon.“ – „Und da rennst Du jetzt schon so viel für rum?“ – „Naja, ich muss schauen, dass ich Kilometer mache. Gerade jetzt im Winter.“ erkläre ich ihr wichtig und vermittle ihr dabei, dass ich die komplette Trainingslehre verinnerlicht habe, und sie gerade eine Gratis-Lektion erhält. Dabei verschweige ich ihr natürlich, dass mit dem Start des Marathon-Trainingsplans die Umfänge nochmal ordentlich raufgehen, aber bis dahin ist ja noch Zeit. „Ganz schön zeitaufwändig.“ Bang! So ist sie. Aber „pah“ denke ich, „mir macht das kein schlechtes Gewissen“ und gehe auf meine Runde, mit einem schlechten Gewissen natürlich. Ich überlege, wie ich ihr klarmachen soll, dass ich eigentlich bis nach dem Bremen Marathon im Oktober 2012 mindestens vier Trainingseinheiten in der Woche plane?

So musste ich also meine für heute vorgesehene Trainingseinheit auf gestern verschieben. Nachdem ich Samstag 11 und Sonntag 19 km abgespult hatte, war das also der dritte Tag in Folge. Ich bin knapp 10 km locker gelaufen – ist ja Regenerationsphase – und habe somit etwa 40 km in drei aufeinanderfolgenden Tagen auf der Uhr. Und was soll ich sagen: es fühlt sich geil an, am liebsten würde ich die Weihnachtsfeier heute sausen lassen, und wieder laufen gehen. Auch wenn mein Knie sagt, ich soll nicht so schnell steigern. Ach, halt die Klappe, Knie!

Aber Weihnachten gewinnt – mal wieder – und so gehe ich heute nicht laufen, sondern feiern. Wird bestimmt auch nett, zählt aber trainingsmäßig eher rückwärts. Mittwoch und Donnerstag gehören meiner Frau, da kann sie machen, was sie möchte. Ich kann da nur laufen, wenn sie sich für Sofa entscheidet. Das kommt aber nicht allzuoft vor. Also Freitag. Da geht’s wieder raus. Sicher. Es sei denn, Weihnachten gewinnt mal wieder.

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